„Es geht um Versorgungssicherheit und die Gesundheit der Menschen in der Region“

MdL Meyer und Apotheken-Sprecher für Stadt und Landkreis Passau fordern Nachbesserungen bei der Apothekenreform des Bundes

13.01.2026 | Thomas Hansbauer | Passau/Fürstenzell
Foto (Abgeordnetenbüro Passau): (v. l.) MdL Stefan Meyer und Apothekensprecher Stefan Burgstaller.
Foto (Abgeordnetenbüro Passau): (v. l.) MdL Stefan Meyer und Apothekensprecher Stefan Burgstaller.

MdL Stefan Meyer will sich auch als Mitglied im Gesundheitsausschuss des Bayerischen Landtags erneut für den Erhalt und die Stärkung der Apotheken vor Ort in der Region einsetzten. Anlass war ein im Landtag angenommener Dringlichkeitsantrag mit dem Titel „Klares Bekenntnis zur Apotheke vor Ort!“.

Dazu tauschte sich MdL Meyer zuletzt mit Stefan Burgstaller, Sprecher der Apotheken in Stadt und Landkreis Passau, aus. „Der Bayerische Landtag hat ein deutliches Signal gesetzt. Jetzt müssen die Aussagen des Koalitionsvertrags auf Bundesebene konsequent umgesetzt werden“, betont Meyer. Der aktuelle Gesetzesentwurf zur Apothekenreform des Bundes müsste nachgebessert werden. Dazu gehörten der Erhalt des Fremdbesitzverbots, eine stärkere strukturelle Unterstützung ländlicher Apotheken, der Abbau von Bürokratie und Dokumentationspflichten sowie die Abschaffung von Ablehnungen der Kostenerstattung für ein Medikament durch die Krankenkasse aus rein formalen Gründen. Auch das sogenannte „Skonti-Verbot“, also Verbot für Preisnachlässe, müsse aufgehoben werden.
 
Apotheker Stefan Burgstaller, der zugleich Inhaber der St. Josefs Apotheke am Fürstenzeller Marktplatz ist, bedauert insbesondere, dass die im Koalitionsvertrag zugesicherte sofortige Anhebung des Apothekenpackungsfixums auf 9,50 Euro nicht umgesetzt wurde. „Die Gesundheitsministerin hat die zugesagten Versprechen nicht eingehalten. Unsere Apotheken stehen unter massivem Kostendruck. Gerade im ländlichen Raum sind sie weit mehr als reine Ausgabestellen für Medikamente. Sie sind wohnortnahe, niedrigschwellige Anlaufstellen – ohne Termin, persönlich und verlässlich“, so Burgstaller. Apotheker berieten zu Arzneimitteln, prüften Wechselwirkungen und unterstützten insbesondere ältere und chronisch kranke Menschen im Alltag. Der CSU-Landtagsabgeordnete Meyer verweist zudem auf die Auswirkungen der Krankenhausreform des Bundes, die die Bedeutung von Apotheken weiter steigern: „Mit größeren Abständen zwischen Kliniken werden Apotheken vor Ort noch wichtiger. Sie schließen Versorgungslücken, übernehmen Präventionsaufgaben, leisten Bagatellbehandlungen, organisieren kurzfristig Medikamente und sind auch außerhalb regulärer Praxiszeiten erreichbar.“ Für ihn ist klar: „Ohne Apotheken vor Ort funktioniert die medizinische Grundversorgung im ländlichen Raum nicht.“ Deshalb bekräftigt Meyer die Position seiner Landtagsfraktion: „Es darf keine Apotheke ohne Apotheker geben – kein anonymer Online-Shop. Wir stehen weiterhin für ein Verbot des Versandhandels mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln und für wirksame Maßnahmen gegen den Verdrängungswettbewerb durch Online-Apotheken. Am Ende geht es um Versorgungssicherheit und die Gesundheit der Menschen – ob in Malching, Fürstenzell, Eging oder ganz Bayern.“