„Wir können gute Gastgeber sein“, ist MdL Josef Heisl gleich eingangs der Informationsveranstaltung zu einer möglichen Ausrichtung der Olympischen Spiele in München in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 überzeugt.
Gemeinsam mit seinem MdL-Kollege Stefan Meyer hat er das sportlich, gesellschaftlich, touristisch und auch politisch relevante Thema auf die regionale Agenda gehoben, um auch mit den Playern vor Ort in den Austausch zu treten – an einem „Ort des Sports“, wie MdL Heisl betont: Im Dreiflüssestadion Passau. „Wir müssen uns heute Gedanken machen, auch bei uns im Osten Bayerns, wie wir bei einer Ausrichtung von Olympischen Spielen in München regional profitieren“, so der CSU-Landtagsabgeordneten zu den rund 40 interessierten Gästen aus den Be-reichen Sport und Politik über den gesamten Landkreis Passau verteilt.
„Ob ein allgemeiner Boost für die Infrastruktur, die Modernisierung von Spielstätten, oder die Möglichkeit sich als Region international zu präsentieren – Olympische Spiele bieten enorme Chancen“, ist Jochen Schweitzer, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) fest überzeugt. Gemeinsam mit Thorsten Freudenberger, Mitglied des Bayerischen Landtags und Vorsitzender des Landessportbeirats, hat er grundlegende Impulse im Rahmen von kurzen Vorträgen als Diskussionsgrundlage gesetzt. Ob die Bewerbungsmodalitäten, Rahmenbedingungen, Perspektiven für die Regionen, Inhalte zum Bayerischen Sportgesetz – die Referenten sind eindringlich und authentisch für den Sport in Bayern aufgetreten. „Sport ist wichtiger denn je. In einer Gesellschaft, in der alles auseinanderdriftet, brauchen wir Orte, wo man sich begegnen und gemeinsame Ziele haben kann. Im Sport können wir das leben, was wir gemeinschlich so sehr brauchen: Zusammenhalt und Teamgeist – danke, dass wir heute über Sport sprechen“, so MdL Thorsten Freudenberger, der extra aus München angereist. Für ihn steht außer Frage: „Die bayerische Bewerbung ist die Beste. Nachhaltigkeit können wir hier in Bayern am besten leben und umsetzen, außerdem ist unsere Bewerbung sympathisch, historisch relevant und authentisch.“
Beide Referenten sind sich einig: Olympische Spiele haben nachhaltig großen Einfluss auf den Breitensport, was man auch der Historie entnehmen kann. Aktuell stehen mit Rhein/Ruhr, Berlin und München insgesamt drei Bewerber für eine Ausrichtung der Olympischen Spiele in 2036, 2040 oder 2044 zur Verfügung. „Und es herrscht ein kräftiger Wettstreit unter den Bewerbern. Ende September werden die Olympischen Verbände (mit je drei Stimmen), das Präsidium des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit je einer Stimme, die persönlichen Mitglieder des DOSB aus dem Leistungssport (jeder eine Stimme) – zusammen ergibt das rund 140 Stimmen – final über den Ausrichtungsort entscheiden“, gibt Schweitzer weiter Einblick in die Modalitäten um die laufenden Bewerbungen. Bewertet werden von den Olympischen Verbänden weiter die fünf Kriterien: Reisezeiten, Unterbringung der Athleten, sportfachliche Einschätzung der Venus, internationale sportartenspezifische Strahlkraft sowie die Beteiligung aller Stakeholder.
Im Rahmen einer ausführlichen Diskussion, um die Münchner Bewerbung wurden im Nachgang der Impulsvorträge mit den Zuhörern verschiedene Aspekte und Chancen für die Region erörtert. So ist Bad Griesbachs Tourismusdirektor Dieter Weinzierl beispielsweise auf die Bedeutung der touristischen Infrastruktur insgesamt, sowie die bayerische Gastfreundlichkeit im Speziellen eingegangen: „Wir können auch mit Freizeit- und Kulturangeboten außerhalb von olympischen Spielen als Region selbstbewusst auftreten.“ In diesem Zusammenhang hebt MdL Meyer den Standort Bad Griesbach mit seiner offiziellen Wettkampfstätte für Mountainbike Cross Country (XCO) heraus, wo zuletzt die bayerischen Meisterschaften im Cross Country ausgetragen wurden.
Der BLSV-Kreisvorsitzende Walter Knoller hat sich zu positiven Auswirkungen für den Schulsport geäußert und die Bedeutung von Bewegung und Sport für Kinder und Jugendliche insgesamt thematisiert – „davon würde unsere gesamte bayerische Gesellschaft nachhaltig profitieren.“ Mehr Schulsport und mehr Rhythmisierung im Unterricht befürwortet auch MdL Thorsten Freudenberger: „Wir werden hier eine Schulsportstudie auf den Weg bringen, denn Bewegung muss elementarer Bestandteil schulischer Bildung werden.“ Geerd Budelmann in seiner Funktion als Schulrat in Stadt und Landkreis Passau kann diese Marschrichtung nur begrüßen – Sport, Schule und Verein zusammenbringen müsse ein Ziel der nahen Zukunft sein – „hier kann eine Ausrichtung von Olympischen Spielen in Bayern viel auf den Weg bringen.“
Neben all den Chancen und Möglichkeiten durch und mit der Ausrichtung von Olympischen Spielen in München kamen auch kritische Punkte zu Wort – Stichwort: Ehrenamt und Bürokratie. „Wie kann Olympia das Ehrenamt stärken?“, hat Tobias Brilka, Koordinator beim BLV-Landesstützpunkt Passau, einen politischen Ansatz erfragt, wohlwissend, um die abnehmende Bereitschaft Verantwortung zu übernehmen. In direkten Zusammenhang steht gleichermaßen das Thema Bürokratie. „Wir drangsalieren die ehrenamtlich Engagierten. Wir müssen von Seiten Politik wieder dahinkommen, eine Vertrauenskultur zu schaffen und bürokratische Hürden abzubauen“, weiß Landessportbeirat und MdL Thorsten Freudenberger. Es sei eine Daueraufgabe, Menschen für das Ehrenamt zu begeistern. „Hier müssen wir Vieles besser machen. Das Ehrenamt mehr wertschätzen, um den Sportvereinen am Ende zu helfen.“
Auch Auswirkungen für die Kommunen wurden diskutiert, ebenso wurden die thematischen Bereiche Gesundheit und Prävention angeschnitten. „Hinter der Ausrichtung von Olympischen Spielen in München steht am Ende, dass Menschen aus fünf Kontinenten und über 200 Nationen hier Bayern gastieren könnten. All das birgt große Chancen und wir hoffen auf ein Olympia in München“, schließt MdL Stefan Meyer mit dankenden Worten an die Gäste, die Informationsveranstaltung.
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) BLSV-Kreisvorsitzender Walter Knoller, der stellvertretende Landrat Klaus Weidinger, MdL Stefan Meyer, MdL Josef Heisl, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Deutschen Leichtathletikverbandes (DLV) Jochen Schweitzer, Landessportbeirat und MdL Thorsten Freudenberger, BLV-Bezirksvorsitzende Centa Hollweck und Bezirksrat Stephan Gawlik.
