Handwerk ist regionale Wertschöpfung

CSU-Abgeordnete diskutieren die Themen des Handwerks – Energiegespräch mit Innungsobermeister Soppart

25.08.2026 | Stefanie Starke | Landkreis Passau/Aicha v.W.
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Josef Heisl, Innungsobermeister Robert Soppart, MdB Hans Koller und MdL Stefan Meyer im Austausch zu Themen des Handwerks.
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Josef Heisl, Innungsobermeister Robert Soppart, MdB Hans Koller und MdL Stefan Meyer im Austausch zu Themen des Handwerks.

„Es wird viel auf dem Rücken des Handwerks ausgetragen. Vieles läuft nicht praxiskonform und immer mehr Unternehmer bekommen das Gefühl, mehr und mehr Lasten tragen zu müssen“, nimmt Robert Soppart im Gespräch mit den CSU-Abgeordneten Josef Heisl, Stefan Meyer und Hans Koller gleich vorweg. In seiner Funktion als Obermeister der Elektroinnung hat er die Mandatsträger zum Austausch gebeten, um die The-men des Handwerks unvermittelt an die Politik weiterzugeben. 

„Wir Mittelständler haben alle eins gemein: Das Gen anpacken zu können, aber derzeit fehlen die Anreize“, so Soppart. Für ihn hänge der Lebensstandard und das Wohl einer Region unmittelbar mit Arbeit und Leistung zusammen – „aber viele wollen eben nicht mehr“, wird der Innungsobermeister deutlich. Es gelte die Stimmung im Land wieder zu drehen. Der Mittelstand sei laut Soppart grundsätzlich durchaus bereit Einschnitte hinzunehmen, jedoch nicht auf Kosten des gesamten Systems. „Es krankt an vielen Stellen. Bürokratie, Fachkräfte – es braucht einen Systemumbau, den das Handwerk gerne bereit ist mitzutragen. Wir brauchen endlich die Wochenarbeitszeit“, greift Robert Soppart beispielsweise einen möglichen Ansatzpunkt heraus. Insgesamt gelte es Arbeit wieder attraktiv zu machen – „wir sind bereit Verantwortung zu über-nehmen und notwendige Reformen mitzutragen, aber es muss gerecht zugehen“, trägt der Innungsobermeister eine Forderung des Handwerks an die Politik heran. Mit Verständnis der CSU-Mandatsträger. „Der wachsende Unmut und auch die Anliegen und Forderungen sind durchaus nachvollziehbar“, nimmt der Stimmkreisabgeordnete Stefan Meyer die Sachlage auf. Zur Wahrheit gehöre jedoch auch, dass man sich in finanziell herausfordernden Zeiten bewege. „Wir haben viele Hausaufgaben zu erledigen – bundesweit sind die Ansätze jedoch sehr unter-schiedlich“, betont MdB Hans Koller auch in seiner Funktion als Mitglied im Bundesausschuss für Wirtschaft und Energie. Noch vor der Sommerpause hat die Bundesregierung eine Reform der Energiepolitik eingebracht, eine Novelle des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes – mit direkten Auswirkungen auf die Haushalte mit Solaranlagen auf dem Dach. „Einspeisevergütung, Direktvermarktung – hier sind einige Punkte noch nicht vollständig durchspekuliert“, weiß Koller um die derzeit formulierten Kompromisse in dem Gesetzentwurf. 
 
Robert Soppart selbst hat sein Unternehmen vor nunmehr 25 Jahren sprichwörtlich aus der Garage heraus gegründet. „Und die Bedingungen in unserem Land sind immer noch gut, wenn man fleißig und innovativ ist.“ Bei einem abschließenden Rundgang durch das Energieunter-nehmen hat der Oberinnungsmeister Einblick in sein Unternehmen rund um Energie, Wärme-pumpen, Heizung, Photovoltaik, Speicher und Kältetechnik gegeben. „Bei uns kommt es drauf an, zur richtigen Zeit das richtige Material auf Vorrat zu haben. Ohne Lager könnten wir so nicht arbeiten“, verrät der Geschäftsführer und geht im Austausch mit den CSU-Abgeordneten am Rande weiter auf energiepolitische Themen ein. Klar sei in diesem Zusammenhang auch: Speicher und Netz müssen besser kooperieren. „Überhaupt ist die Speicherung, egal ob von Energie oder auch Wasser, Thema dieser Zeit und sollte oberste Priorisierung genießen“, so auch MdL Josef Heisl abschließend.