Was drückt die Start-Ups in der Region?

MdL Meyer und Bezirksrat Gawlik im Austausch mit go!outdoors – ein Start-Up auf der Suche nach Unterstützung

19.03.2025 | Stefanie Starke | Niederbayern/Passau
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Stefan Meyer, Gründer Stefan Hechberger und Bezirksrat Stephan Gawlik.
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) MdL Stefan Meyer, Gründer Stefan Hechberger und Bezirksrat Stephan Gawlik.

„Start-Ups müssen unwahrscheinlich stark in Vorleistung gehen – ein leidiges Thema der Start-Ups“, erklärt Stefan Hechberger. Der 44-Jährige ist Gründer der New Travel GmbH und seit gut einem Jahr mit seinem Produkt go!outdoors in den Räumlichkeiten des Gründerzentrums Passau angesiedelt, derzeit mit vier Köpfen. „Start-Ups sind keine normalen Unternehmen, sondern investieren gerade die ersten Jahre völlig ohne Umsätze bewusst in ein einziges Produkt, ohne die Gewissheit, dass es am Ende auch funktioniert“, erklärt Hechberger das konkrete Geschäftsmodell von Start-Ups in einem Gespräch mit MdL Stefan Meyer und Bezirksrat Stephan Gawlik.

Dabei müsse man davon ausgehen, dass über 80 Prozent der Start-Ups über kurz oder lang insolvent gehen – „aber wenn es funktioniert, dann besteht bei Start-Ups die große Chance auf wahre Job-Motoren für die Region“, so Hechberger. Diese große  Hoffnung trägt er auch für sein eigenes Start-Up go!outdoors, in das er seit insgesamt drei Jahren investiert, in den Anfängen über ein Jahr nebenberuflich zugearbeitet hat, zuletzt mit all seiner Energie und all seinem Eigenkapital. „Bei uns geht es ganz speziell um Spezial- und Nischenreisen. Wir sind die einzigen, die sämtliche Angebote off- und online vollumfänglich bündeln und damit die Arbeit der Reisebüros vereinfachen und erweitern. Und wenn es funktioniert, hat unser Produkt gute Chancen auf Millionen-Umsätze“, betont Hechberger, der in der Unterstützung von Start-Ups große Vorteile für die gesamte Region insgesamt erkennt.
Er spreche nicht nur für sein Start-Up, sondern die gesamte Branche, wenn er die Probleme der Finanzierungs- und Netzwerkstrukturen insgesamt thematisiere: „Das Passauer Land biete grundsätzlich optimale Rahmenbedingungen für Start-Ups, aber es fehlt teilweise an entsprechenden Netzwerkstrukturen, die uns wiederum neue Investitionsmöglichkeiten eröffnen.“ Denn die Marktlage gestalte sich sehr schwierig, so dass es gerade in der Wachstumsphase nahezu unmöglich geworden sei, ausreichend Eigenkapital zu generieren. „Wir brauchen diese Brücke zwischen Gründern und potenziellen Unterstützern. Wenn wir es schaffen, hier ein Netzwerk mit lokalen Investoren zu stricken, gibt man Gründern die Chance sich direkt hier in der Region zu etablieren – und damit langfristig nicht abwandern müssen.“
Auch MdL Stefan Meyer kann den Wunsch nach Unterstützung bestens nachvollziehen: „Bayern macht viel für Start-Ups, aber zur Ehrlichkeit gehört, dass wir Gründer deutlich stärker unterstützen können und auch müssen – auch im Sinne eines gesunden Wirtschaftsstandortes.“ In diesem Zusammenhang geht er auf das Modernisierungs- und Beschleunigungsprogramm Bayern 2030 der Bayerischen Staatsregierung ein, in dem gerade für innovative Geschäftsideen oder innovative Unternehmen finanzielle Perspektiven geschaffen wurden, unter anderem mit einem neuen Super-Risikokapital-Fonds bei der Bayernkapital für bayerische Start-Ups.