Wie können Senioren länger mobil bleiben und das Gesundheitssystem entlastet werden? Zu diesen zentralen Fragen haben sich MdL Stefan Meyer und Benjamin Sigl, erster Vorstand der Vereinigung selbstständiger Physiotherapeuten (VSP e. V.) im Bäderdreieck, in Pocking ausgetauscht. Dabei wurde schnell klar: Effektive Prävention ist der Schlüssel, um die Selbstständigkeit im Alter zu erhalten und langfristig Kosten im Pflegesektor einzusparen.
Seit gut einem Jahr führt Benjamin Sigl den Verband, in dem 60 selbstständige Therapeuten zusammengeschlossen sind. „Wir betreiben Interessenvertretung für unsere Mitglieder gegenüber der Gemeinde, Behörden und der Politik“, erklärte Sigl im Gespräch mit MdL Stefan Meyer, Mitglied im Bayerischen Landtagsausschuss für Gesundheit, Pflege und Prävention.„Was den Bereich Prävention betrifft, sehen wir uns hier im Bäderdreieck bayernweit als Kompetenzzentrum – wir kennen und können unser Geschäft“, betonte Benjamin Sigl. Er begrüßt grundsätzlich die politische Öffnung hin zur Prävention. Insgesamt merke man deutlich, dass Prävention gewünscht und gewollt werde, in der Praxis würde dies jedoch noch zu wenig Gestalt annehmen. Er sieht in diesem Zusammenhang wertvolle Perspektiven im Bereich der Pflege: „Mit unseren therapeutischen Maßnahmen hätten wir große Potenziale, die Senioren länger mobil zu halten und damit deren Selbstständigkeit zu erhalten, um somit am Ende langfristig Kosten für das Gesundheitssystem zu sparen.“
Dreh- und Angelpunkt seiner Argumentation bilden die sogenannten ärztlich zu verordneten ambulanten Vorsorgekuren, auch Badekuren genannt – dreiwöchige Maßnahmen direkt vor Ort in den Kurorten mit spezifischen Anwendungen. „Prävention ist für mich ein Lebensstil. Gesund, mit einer hohen Lebensqualität alt werden, um so lang wie möglich ohne Hilfe alt werden zu können. Prävention beginnt mit einem Umdenken in den Köpfen der Menschen und das kann im Rahmen von ambulanten Vorsorgekuren ideal angestoßen werden“, ist Sigl überzeugt. Dabei stärke die Wiederbelebung der ambulanten Vorsorgekuren auch die Existenzgrundlage selbstständiger Physiotherapeuten. Sigl regte weiter eine Entbürokratisierung durch die Reduzierung der hohen Ablehnungsquoten durch die Krankenkassen an, eine Vereinheitlichung des Antragsformulars, die Initiierung einer bayerischen Informationskampagne für Ärzte und Versicherte sowie eine Unterstützung von Studien zur Evaluation der Kosteneinsparung durch Kur-Prävention im Vergleich zu Pflegekosten.
MdL Meyer dankte für den offenen Austausch und die Anregungen: „Wir messen der Prävention politisch eine zentrale Rolle bei. Die CSU-Landtagsfraktion sieht darin ein entscheidendes Instrument für eine nachhaltige Gesundheitsstrategie“, so MdL Meyer abschließend.
