„Wir wollen die Bevölkerung länger gesund halten“

MdL Meyer holt Gesundheitsausschuss-Vorsitzenden Seidenath an den Tisch mit dem Bayerischen Heilbäderverband

07.08.2026 | Stefanie Starke | Bad Füssing
Foto: Stefanie Starke
Foto: Stefanie Starke

„Es gilt weniger Geld in die Reparatur zu stecken, dafür mehr in die Gesunderhaltung der Menschen“, nimmt Frank Oette, der Geschäftsführer des Bayerischen Heilbäderverbandes beim Besuch von Bernhard Seidenath, dem Vorsitzenden des Landtagsausschusses für Gesundheit, Pflege und Prävention, in Bad Füssing gleich vorweg. 

Der CSU-Politiker ist auf Einladung des Stimmkreisabgeordneten Stefan Meyer in die Region gereist, um sich hier unter anderem zu Anliegen des Bayerischen Heilbäderverbandes auszutauschen, dessen Hauptsitz in Bad Füssing angesiedelt ist. „Wir sehen als Heilbäderverband große Chancen für die Regionen, für die Kommunen, zur Gesundheitsversorgung der Menschen beizutragen. Aber es besteht dringender Handlungsbedarf, mehr in die Thematik Prävention einzusteigen“, ist Peter Berek, der Vorsitzende des Bayerischen Heilbäderverbandes überzeugt – er war dem Gespräch online aus Wunsiedel zugeschaltet. Wenn man zur Gesundung und Gesunderhaltung der Menschen stärker beitrage, trage man indirekt dazu bei die Krankenhausreform im Sinne der Kliniken besser ertragen zu können. „Es gilt die Kur- und Heilbäder finanziell lebensfähig zu erhalten. Heilbäder und Kurorte sind ein perfektes Instrument, um ländliche Räume zu entwickeln – das niederbayerische Bäderdreieck ist hier ein bayernweiteres Paradebeispiel. In diesem Landstrich steckt viel Kraft und darauf sollte auch der Freistaat Bayern stärker setzen“, ist Berek überzeugt. Auch Bad Füssings Bürgermeister Tobias Kurz in seiner Funktion als stellvertretender Vorsitzender des Bayerischen Heilbäderverbandes betont in diesem Zusammenhang: „Wir verstehen uns als Teil der regionalen Gesundheitsversorgung und haben durchaus Gestaltungsmöglichkeiten, aber es gilt die vorhandenen Kompetenzen flächendeckend einzusetzen.“ Wenn man zeitnah nicht gut und klug reagiere, verliere man den Anschluss an andere Bundesländer, verweist der Geschäftsführer Oette auf finanzielle Unterstützungsleistungen für Kur- und Heilbäder in anderen Regionen Deutschlands. Es sei ein Sonderstatus für Kur- und Heilbäder erforderlich, Präventionspfade müssten entwickelt und aktuelle Problemstellungen, wie eine zukunftsfähige Ausgestaltung der Kurbeiträge, angegangen werden. „Wenn wir die bayerischen Heilbäder zukunftsfähig aufstellen wollen, dann müssen wir an die Änderung der laufenden Finanzierung unserer Heilbäder ran“, bringt es Berek auf den Punkt. „Es bestehen vordringliche Herausforderungen für unsere bayerischen Kur- und Heilbäder“, weiß auch der CSU-Landtagsabgeordnete Stefan Meyer. 
 
Im Bayerischen Heilbäder-Verband e.V. sind über 70 Heilbäder, Kurorte und Kurbetriebe organisiert. Als Verbund ist er ein starker Faktor in der bayerischen Gesundheitswirtschaft. „Mit einem Jahresumsatz von über 5,6 Milliarden Euro sichern wir rund 100.000 Arbeitsplätze im ländlichen Raum. Übrigens findet jede vierte Übernachtung im Freistaat in einem unserer bayerischen Heilbäder oder Kurorte statt“, so der Verbandsvorsitzende Berek.
Der Ausschuss-Vorsitzende Seidenath hat im Zusammenhang mit den vorgetragenen Anliegen unter anderem die sogenannte KuHeMo-Förderung ins Gespräch gebracht – ein Förderprogramm, das konkret Maßnahmen zur Steigerung der medizinischen Qualität in bayerischen Kur- und Heilbädern unterstützt. „Wir müssen die Programme nutzen, die vorhanden sind“, so Seidenath. Weiter verweist er auf mögliche Mittel aus dem Bereich der Tourismusförderung oder auch auf die nun in ganz Bayern bestehenden GesundheitsregionenPlus. „Unsere Kur- und Heilbäder in Bayern sind ein großes Pfund, mit dem wir gerade für Gesundheit und Prävention wuchern müssen. Hier braucht es Fantasie und gute Ideen. Der Heilbäderverband ist hier ein guter und verlässlicher Partner“, ist Bernhard Seidenath überzeugt. Der Gesundheitspolitiker hat sich zahlreiche Informationen aus dem Austausch mitgenommen und abschließend klar kommuniziert: „Die Kur- und Heilbäder sowie das Thema Prävention gehören zur Visitenkarte Bayerns. Wir wollen hier die Nummer 1 sein und bleiben und dafür werden wir weiter einstehen.“
 
Foto (Stefanie Starke): (v. l.) Der Gesundheitsausschuss-Vorsitzende MdL Bernhard Seidenath, MdL Stefan Meyer, die stellvertretende Landrätin Cornelia Wasner-Sommer, der Heilbäderverbandsvorsitzende Peter Berek (online zugeschalten), Verbandsgeschäftsführer Frank Oette und der stellvertretende Verbandsvorsitzende und Bad Füssings Bürgermeister Tobias Kurz.